kleine Kuscheltiergeschichte aus unseren Elterninterviews
Folge XV:
Sabine war mit ihren Eltern und den zwei Schwestern mit einem riesigen Umzugsauto voller Möbel und Kisten von Köln nach Erfurt gezogen. Eine weite Strecke war das gewesen. In Erfurt angekommen, wurden den ganzen Tag die Kisten in das Haus geschleppt, in dem sie nun wohnen würden. Alles stand voll und niemand blickte noch so richtig durch. Am Abend fielen alle erschöpft ins Bett. Sabine vermisste ihren Fuchs Reini.
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Eigentlich hatte sie ihn wie immer im Arm mit auf die Reise nehmen wollen. Aber irgendeiner der Umzugsmänner hatte Reini in der schon fast leeren Wohnung sitzen sehen und schnell in eine Kiste gepackt. So zumindest, hatte er es Sabine erzählt. In welcher Kiste Reini nun steckte, das wusste keiner.
Es fiel Sabine schwer an diesem Abend, ohne ihren Reini einzuschlafen. Vor ihr lang ein ganz neues, fremdes Leben. Neue Kinder, eine neue Klasse in einer fremden Schule. Ihre Freundinnen waren alle zurückgeblieben. Das würde bestimmt erst mal eine schwere Zeit. Gut, dass sie ihren Reini hatte. Der musste diese Nacht auch alleine sein, hoffentlich lag er bequem in der Kiste, in die er gekommen war…
Am nächsten Tag wurde ausgepackt. Aber Reini tauchte nicht auf. Am Abend waren schon gut die Hälfte der Kisten leer und Sabine wurde immer unruhiger. Am nächsten Abend, als die letzte Kiste geöffnet und ausgepackt wurde und Reini auch da nicht auftauchte, brach sie in verzweifelte Tränen aus. Die Eltern konnten sie kaum beruhigen. Sabine fühlte sich so alleine und sie machte sich große Sorgen um ihren Fuchs. Vielleicht war der aus dem Möbelwagen gefallen und von Autos überfahren worden. Vielleicht hatte der Möbelpacker den Fuchs gar nicht wirklich eingepackt und er hatte das nur gesagt, um sie zu beruhigen?
Die Eltern machten sich am nächsten Tag auf, um einen ähnlichen Fuchs zu finden, aber Sabine fand den neuen nicht schön und weinte nur noch mehr. Alles fiel ihr schwer und der ganze Umzug kam ihr jetzt schrecklich vor.
Am Freitag früh richtete die Mutter das Badezimmer fertig ein und packte die alte Reisetasche aus, in der sie alle Badezimmersachen verstaut hatte, die noch herumgestanden hatten. Sie staunte nicht schlecht, als sie Reini fand.
Als Sabine schlecht gelaunt und traurig aus der Schule nach Hause kam, lies sich ihre Mutter nichts anmerken. Sabine ging in ihr Zimmer und wollte gerade lustlos ihre Schultasche auf das Bett schleudern, da saß da ihr Reini, als sei nichts geschehen.
Ab da konnte Sabine sich auf all das Neue und Ungewohnte einlassen. Jetzt war sie nicht mehr alleine und mit Reini, der zu Hause auf sie wartete, war auch die neue Schule gar nicht mehr so schlimm.