“Vater-Mutter-Kuscheltier” - Das Kuscheltier als Rollenspielpartner

Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:.

Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? Teil 5
Kuscheltiere eigenen sich hervorragend zum Rollenspiel

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Besonders die Vorschul- und die jüngeren Schulkinder beziehen ihre Kuscheltiere in Rollenspiele ein. Es gibt unterschiedliche Arten von Rollenspielen:

  • Eltern-Kind Spiele
    Da werden die Kuschels gefüttert, gewaschen, sie werden angekleidet, umgezogen, zum Schlafen gelegt und herum gefahren.
    Dies sind die typischen Rollenspiele, die auch mit Puppen gespielt werden und bei denen das Kuscheltier die Position des Kindes einnimmt, während das Kind selber in die Rolle der Eltern schlüpft. Wie kaum anders zu erwarten, findet sich dieses Verhalten insbesondere bei kleinen Mädchen.
    Auch viele Jungen gehen fürsorglich mit ihren Kuscheltieren um. Hier handelt es sich aber nicht um ein Rollenspiel, bei dem bestimmte Abläufe und Verhaltensweisen gespielt und geübt werden, sondern mehr um echte Fürsorgetätigkeiten, wie sie schon oben unter dem Kapitel “Plüsch-Persönlichkeiten” genannt wurden. Bei Mädchen gehen solche Fürsorgetätigkeiten für ihr Kuscheltier  dann  in Vater-Mutter-Kind-Rollenspielen auf.
  • Identifikationsrollenspiele
    Kuscheltiere sollen in Rollenspielen Aufgaben stellvertretend für ihre Kinder lösen: sie bekommen eine Spritze vom Arzt, müssen Medizin schlucken, ihr krankes Bein wird verbunden, sie müssen sich die Zähne putzen oder im Krankenhaus liegen. Hier werden Erfahrungen verarbeitet oder auch vorbereitet, die das Kind selber gemacht hat oder denen es sich stellen muss. Und das Kuscheltier macht ganz tapfer all das schon einmal stellvertretend für das Kind durch.
    Solche Rollenspiele werden auch öfter von Eltern inszeniert bzw. als Erziehungsmittel  bewußt eingesetzt. Aber viele Kinder spielen mit ihren Kuschels  ganz von alleine solche Identifikationsrollenspiele.
  • Szenisches Spiel
    Bei Jungen und Mädchen findet sich oft noch andere Art von Rollenspielen: Es wird Schule gespielt, da werden Feste gefeiert, da wird zusammen Tee getrunken. Das Krokodil gibt den Anlass für ein Zoo-Rollenspiel oder die Kinder spielen Urwald und lassen das Krokodil andere Tiere jagen.
    Solche szenischen Spiele machen Kinder übrigens weniger mit ihren Lieblingskuscheltieren, zu denen sie eine enge Beziehung haben, sondern eher mit dem Rest ihrer  Kuscheltierfamilie.

Rollenspiele werden oft auch zusammen mit anderen Kindern oder Familienmitgliedern gespielt. Bei diesen Tätigkeiten kann man am ehesten vom Spielen mit dem Kuscheltier sprechen.

 

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