Archive für 23.11.2009

Kuscheltierliebe

Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge VIII

Er hatte unter dem Weihnachtsbaum gelegen. wolf1.jpgDas kleine Mädchen packte ihn entzückt aus und schloss ihn gleich in ihre Arme. Er hatte große Zähne und vielleicht hätten andere Kinder vor ihm sogar ein bisschen Angst gehabt.
Aber sie sah auf einen Blick, dass das ein ganz lieber Wolf sein musste. Wie weich sein Fell war! Sie streichelte ihm über den Rücken und befühlte die weichen Ohren. Sie wiegte ihn in ihren Armen hin und her wie ein Baby. Das war also jetzt ihr Wolf und sie wusste es gleich: sie würde ihn “Rotkäppchen” nennen.
Es war, als hätte sie fast vergessen, dass heute Weihnachten war und außer dem neuen Kuscheltier noch andere Geschenke auf sie warteten. Die Mutter nahm ihr lächelnd das neue Wesen aus dem Arm und zeigte auf die anderen Pakete und Päckchen, die noch ungeöffnet unter dem Tannenbaum lagen. Die Geschwister hatten längst all ihre Sachen aus dem bunten Papier herausgeholt und breiteten ihre Geschenke auf dem Teppich aus.
Das kleine Mädchen machte sich also auch brav  ans Auspacken und sie fand wirklich noch einiges, über das sie sich sehr freute: die neue Schulmappe, das tolle Gesellschaftsspiel, die neue Barbie mit dem Frisiersalon, den Ring, den sie auf dem Weihnachtsmarkt so schön gefunden hatte … Sie legte  ihre Sachen auch auf dem Teppich aus und die Geschwister besichtigten untereinander ihre Schätze. Das neue Spiel wollten sie gleich ausprobieren.
Mitten im Spiel aber sprang das kleine Mädchen auf und lief zu Stelle im Wohnzimmer, wo die Mutter den Neuen hingelegt hatte. Sie schloss ihn innig in die Arme und drückte ihn lange. Dann gab sie ihm einen Kuss auf die große Nase und setzte ihn behutsam in eine Sofaecke.
“Komm schon, du bist dran”, sagte der Bruder und sie spielten weiter. Das Spiel war spannend und lustig. Man konnte darüber alles vergessen.
Doch das kleine Mädchen lief immer wieder zu ihrem neuen Rotkäppchen-Wolf, um ihn noch einmal und immer wieder zu drücken und in den Arm zu nehmen. Sie vergaß ihn nicht, den neuen Freund, der da an diesem Abend zu ihr gekommen war. Sie musste einfach schnell noch mal gucken gehen, wie es ihm ging und ob noch alles in Ordnung war.

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