Archive für 18.11.2009

Katastrophe bei Oma: Kuscheltier vergessen

Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge VII

Oliver darf an diesem Wochenende bei den Großeltern schlafen. Die wohnen ein ganzes Stück entfernt von Olivers Familie. Sie sind ganz schön lange mit dem Auto gefahren, so lange wie die Sandmännchensendung im Radio gedauert hat. Und Oliver hat sich sehr auf Oma und Opa gefreut und darauf, dass er die beiden einmal ganz für sich alleine haben kann. Mama und Papa wollen an diesem Wochenende nämlich mal alleine verreisen. Da ist Oliver viel lieber hier.

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Als es ans Auspacken der Reisetasche geht, werden Olivers Sachen alle im Zimmer auf den Tisch gelegt, sein Schlafanzug kommt auf das frisch bezogene Bett und natürlich auch Puckelbein, sein Kamel. Aber oh Jammer, kein Puckelbein  ist in der Reisetasche! Puckelbein ist zu Hause geblieben!

Wie soll Oliver denn jetzt hier schlafen können. Er ist entsetzt und er ist verzweifelt. Oma holt ihren alten Teddy aus dem Schrank, mit dem hat er schon oft gespielt, der ist ganz nett. Aber er ist nicht Puckelbein. Oliver braucht jetzt Puckebein, er braucht ihn ganz dringend. Er braucht ihn schon dafür, dass der ihn tröstet über den Schreck eben.

Oliver liegt schon im Bett. Die Mutter ist längst wieder nach Hause gefahren. Morgen früh geht ja die Reise los. Und Oliver hat sie umarmt und hat noch ein wenig geschluchzt, weil sein Puckelbein nicht da ist, aber er ist mit dem Teddy von Oma tapfer ins Bett gegangen.
Aber er kann nicht einschlafen. Er muss immer wieder weinen. Teddy ist schon ganz nass und Teddy findet es auch schlimm, dass sein Freund Puckelbein nicht mitgekommen ist.  Und Oliver muss immer mehr weinen.
Die Oma, die hinter der Tür steht, kann es nicht mehr mit anhören. Es dreht ihr das Herz um. “Teddy”, hört sie Oliver in der Dunkelheit schluchzen, “wir werden die ganze Nacht durchwachen. Wenn wir nicht einschlafen,  vermissen wir den Puckelbein vielleicht nicht so doll.”
Die Oma schleicht sich ans Telefon. “Ja, es hat keinen Sinn, komm halt nochmal vorbei. Sonst platzt das ganze Wochenende. Ja, es ist Wahnsinn. Aber das hier ist auch Wahnsinn. Es geht einfach nicht.”
Als die Oma sich umdreht, steht Oliver mit bloßen Füßen und Teddy an der Hand hinter ihr und lächelt unter Tränen: “Jetzt kommt Puckelbein doch, nicht wahr? Ich wusste, dass er ohne mich auch nicht schlafen kann”.

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