Archive für 21.11.2008

Charakterkatze

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Die so genannte „Charakterkatze“, eine schon etwas abgegriffene, auf dem Flohmarkt für eine Mark erstandene Plüschkatze, die wegen ihres etwas strengen Gesichtsausdruckes diesen Namen erhielt, lehrte uns vor 25 Jahren etwas über die Macht und Magie der Kuscheltiere.

Meine Tochter war noch viel zu klein, um etwas mit einer Kuschelkatze anfangen zu können. Ich legte sie ihr aber in den Kinderwagen, weil ich hoffte, dass sie sie eines Tages entdecken würde.
Als ich mit meinem Mann und seinem Sohn die erste Urlaubsnacht verbrachte, konnte der kleine Max, damals 4 Jahre alt, nicht schlafen, weil er alleine in einem fremden Zimmer liegen musste. Das Baby aber, unsere Tochter, schlief natürlich bei uns im Bett. Nachdem Max zum 6. Mal weinend aus seinem Zimmer gekommen war und uns geweckt hatte, drückte ich meinem Mann die Charakterkatze in die Hand, die dort bisher unbemerkt im Kinderwagen gelegen hatte. Der war so erledigt von dem ständigen Geweckt werden, dass er sich zu allem bereit fand: Die Katze kam zu Max ins Bett und ihr wurde laut und deutlich der Auftrag erteilt, auf Max aufzupassen und dafür zu sorgen, dass ihn ja keiner beim Schlafen stören würde.
Max drückte die Kuschelkatze mit dem strengen Blick an sich, wischte an ihrem abgeschabten Fell seine Tränen ab  und war innerhalb von 1 Minute tief und fest eingeschlafen. Als er morgens aufwachte, hielt er die Charakterkatze noch fest in seinen Armen.
Nach diesem Ereignis gab mein Mann seinen Widerstand gegen die „Kuscheltierseuche“ im Kinderzimmer auf und meine drei Kinder wurden alle drei eifrige Kuscheltiereltern.

Wo unsere liebe Charakterkatze schließlich hingekommen ist, weiß ich leider nicht. Sie war so eine große Hilfe für uns geplagte Eltern und wurde noch lange von Max heiß geliebt.

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