Jugendamtsente

Ihre Vorstellung bin ich hier noch schuldig.

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Sie ist viel länger bei mir als Aga, die Wildgansdame.

Jugendamtsente habe ich mir 1979 bei der Einrichtung meines Büros im städtischen Jugendamt angeschafft. Sie war für die Kinder gedacht, die manchmal mit ihren Eltern in mein Büro kamen. Das Spielzimmer war ein paar Türen weiter, aber es machte mir Spaß, den anderen Kollegen im Jugendamt zu zeigen, dass eine Abteilungsleiterin durchaus neben Aktenordnern auch Kuscheltiere für ihre Arbeit braucht.

In den folgenden Jahren bekam ich meine drei Kinder, die  mich im Verlaufe der folgenden Jahre begeistert im Büro besuchten. Natürlich galt die Begeisterung nicht ungeteilt mir, sondern der Ente auf meinem Sofa, die ich nun “Jugendamtsente” betiteln musste, um eindeutig und unumstößlich klar zu machen, dass diese schöne, kuschelige Ente hier, ins Jugendamt gehörte und nicht zu uns nach Hause mitgenommen werden durfte.  Sie bekam dadurch für meine Kinder nur noch mehr Reiz und wurde freudig begrüßt, verehrt und gekuschelt, sobald eins meiner Kinder zur Bürotür hereingestolpert war.

Als ich 14 Jahre später mein Büro räumen mußte, weil ich in eine andere Stadt und einen anderen Beruf wechselte, verlangte meine damals 5jährige Jüngste im Einvernehmen mit ihren Geschwistern klipp und klar, dass Jugendamtsente mitzukommen habe.
Ich kaufte eine neue Ente, auch schön, aber mit einem anderen, fremden Ausdruck im Gesicht - eben nicht unsere Jugendamtsente - und entführte sie. NUn hat sie ihren Altersruhesitz auf meinem Kleiderschrank und schaut dort zusammen mit ihrer Freundin Aga, was ich den ganzen Tag so treibe.

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