| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Jun | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | |||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | |
15.6.2010 von admin.
Die Jungen waren nicht weniger bei der Sache! Wer ein richtiger Kuscheltiervater ist, der kümmert sich!
Hase hat zuviel Möhren gefressen
was kann man da machen?
ein Patient liegt schon auf dem Untersuchungstisch
sein kleiner Wal ist traurig, weil er so klein ist
Teddy bekommt schon mal ein Pflaster
au weia, da sieht man ja, wo er sich das Bein gebrochen hat!
und jetzt heißt es, ganz vorsichtig sein!
Geschrieben in Geschichten, Fotos | 1 Kommentar »
11.6.2010 von admin.
Nicht alle Kinder waren so richtig bei der Sache. Vielleicht kam es für sie zu überraschend oder sie waren nicht wirklich auf dieses Erlebnis eingestellt. Außerdem lenkten die vielen weißen Kittel ein wenig ab und es ging auch manchmal etwas hektisch zu, so dass manches Kind nicht wirklich überlegen konnte, was mit seinem Kuscheltier los war.
Aber für viele Kinder war es eine sehr ernste Angelegenheit:
Teddy hat da Bauchweh
erst mal messen
Mama lauscht der Diagnose
zwei müssen warten
endlich richtig verarztet
behutsam wird der kranke Bär heimgetragen
Geschrieben in Geschichten, Fotos | Keine Kommentare »
4.6.2010 von admin.
Am Donnerstag war die Teddyklinik in Erfurt: 85 MedizinstudentInnen, 9 Studierende der Sozialpädagogik, 650 Kindergartenkinder und viele, viele Kuscheltiere, Teddys und Puppen …
Das Wetter spielte mit. Endlich gab es blauen Himmel und warme Sonne.
Manches Kuscheltier und manche Puppe hatte es hart getroffen. Die Eltern waren besorgt.
Erst ging es zum Anamnesegespräch.
Wiegen, Messen, und das Gespräch mit den Kuscheltiereltern, so ging es los.
Manches Kuscheltier musste noch weiter untersucht werden.
Immer wieder war eine OP nötig - und die Eltern saßen dabei und konnten ihr Kuscheltier beruhigen…
Beine, Schwänze und Arme wurden liebevoll verbunden.
In vielen Fällen wurde geröngt. Man wollte schließlich sicher gehen.
Für zu Hause gab es wichtige Ratschläge, ein Rezept und für so manches Kuschel auch eine Tapferkeitsmedaille.
Geschrieben in Informationen, Geschichten, Fotos | Keine Kommentare »
10.5.2010 von admin.
In vielen Städten Deutschlands finden alljährlich in den großen Universitätskliniken sogenannte “Teddykliniken” statt.
Studierende der Medizin versorgen einen ganzen Tag lang - als Ärzte gekleidet und mit dem gesamten medizinischen Equipment ausgestattet, das eine Arztpraxis und ein Krankenhaus hergibt - kranke Kuscheltiere, Teddys und Puppen . Die werden von ihren Müttern und Vätern vorgestellt und liebevoll durch die Prozedur begleitet. Meist sind es Kindergartenkinder aus den Einrichtungen der Stadt. Viele Kinder kommen auch alleine und auf eigenen Antrieb.
Die Sorgen der Kuscheltier-Eltern sind groß und vielfältig. Kuscheltiere können alle Krankheiten bekommen, die auch Kinder haben können und noch viel mehr dazu. Da kam einmal eine Krake, die war mit ihrem Fahrrad über einen ihrer Fangarme gefahren. Ein Eisbär hatte Angst vor Schnee. Ein Häschen naschte immer wieder unerlaubter Weise an der Pizza seiner Besitzerin - was auf für Hasen untypische Gelüste hinweist. Aber die Tiere haben auch Schnupfen, Keuchhusten, Masern und Windpocken, gebrochene Beine oder Verbrennungen, Kopfweh oder Bauchschmerzen.
Die jungen ÄrztInnen tuen was sie können. Erst wird das Krankheitsbild aufgenommen und der Patient gemessen und gewogen und gründlich untersucht. Manchmal gibt es nur einen Rat oder ein Rezept, andermal muss Teddy zum Röntgen, es wird gespritzt und geimpft oder das arme Tier wird sogar an Ort und Stelle operiert.
Teddykliniken sind immer ein großer Erfolg. Ziel ist es, auf diese Weise Kindern Wissen über Krankheiten und ihre Ursachen zu vermitteln und ihnen die Angst vor dem Arzt oder dem Krankenhaus zu nehmen. Den jungen Medizinen macht das Ganze einen riesigen Spaß. Manche bleiben alljährlich dabei, auch wenn sie schon im 10 Semester sind.
In diesem Jahr wird eine StudentInnengruppe meiner FH an der Teddyklinik im den Helios-Klinikum in Erfurt mitmachen. Prof. Dr. Sauerbrey hat uns freundlicherweise eingeladen teilzunehmen und bei dieser Gelegenheit Beobachtungen zu machen über den Umgang der Kinder mit ihren kranken Lieblingen. Wir werden als ArztassistentInnen ausgewiesen, in grüne Sachen gesteckt und führen bei den Anamnesen das Protokoll.
Am 3. Juni steigt das Ereignis. Vorher freilich erarbeiten sich die Studenten noch die notwendigen fachlichen Hintergründe und entwickeln interessante, kindgemäße Fragen.
Zwei männliche Studenten sind dabei, die ehrlich zugegeben haben, dass sie heute nicht mehr wissen, wo ihr altes Lieblingskuscheltier ist. Ich nehme an, am 4. Juni werden sie sich spätestens auf die Suche danach machen.
Geschrieben in Geschichten, Fotos, Forschungsfragen | Keine Kommentare »
7.5.2010 von admin.
Die Mensch-Tier-Beziehung ist voller Lern- und Erfahrungschancen. Die folgenden Beobachtungen treffen analog auch für das Spiel mit Puppen zu.
Auch das Kuscheltier löst im Kind grundsätzlich die Annahme aus, sein Tier brauche seine Fürsorge und seinen Schutz. Viele Kinder gehen sehr sorgfältig, fürsorglich und verantwortungsvoll mit ihren Kuscheltieren um. Das Kind kann mit seinem Kuscheltier Verantwortung und Fürsorge üben und lernen.
Natürlich passiert hier in der Realität nichts, wenn das Kind sein Kuscheltier vernachlässigt. Deswegen entfällt bei Kuscheltieren natürlich auch die Chance, die von Erziehern in der Kind-Tier-Beziehung gesehen wird, dass nämlich das Kind im Umgang mit seinem Tier notwendig Regelmäßigkeit, Verantwortung und Pünktlichkeit erlernt, weil der Schaden, den es sonst seinem Tier zufügt, deutlich für das Kind erkennbar ist. Andererseits hat das aber den Vorteil , dass die Liebe zwischen Kind und Kuscheltier keiner elterlichen Hilfe und Kontrolle bedarf. Somit ist das Kuscheltier wirklich der erste selbständig gewählte Partner des Kindes und das Kind kann diese Beziehung auch aus eigener Kraft und in eigener Regie gestalten und durchhalten.
Im Umgang mit seinem Kuscheltier übt und lernt das Kind das Hineindenken und Verstehen anderer Wesen und nonverbales Kommunizieren, auch wenn die Lebendigkeit seines Partners nur in seiner Phantasie existiert. Die Beziehung eines Kindes zu seinem Kuscheltier ist geprägt von Empathie und Kommunikation.
Geschrieben in Informationen, Forschungsfragen | Keine Kommentare »
4.5.2010 von admin.
Warum sind Kuscheltiere meistens wirklich Tiere?
2. Beobachtung:
Ein Tier darf in unserer Kultur - im Unterschied zum Menschen - ohne Weiteres berührt und gestreichelt werden, um ihm Zuneigung zu vermitteln. Einen Menschen, selbst ein fremdes Kind, wird man nicht so ohne Weiteres anfassen.
Bei Tieren kann man Gefühle zulassen. Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Kontakt darf ausgelebt werden.
Das KuscheltTIER transportiert diese Aufforderung zum Anfassen und die Akzeptanz des berührt werden Wollens in hohem Maße. Bei Puppen ist es sicher auch erlaubt, zu streichen und zu schmusen. Aber beim KuscheltTIER kommt hinzu, dass es auf grund seiner kuscheligen, fellartigen Oberfläche und seiner rubusten Weichheit und Knautschbarkeit selber berührt, taktile Erlebnisse vermittelt, selber Zärtlichkeit schenkt.
Das aber kann eine Puppe nicht leisten, es sei denn, sie sieht z. B.aus wie der letztens vorgestellte “König”.
3. Beobachtung:
Auch KuscheltTIERE, insbesonders große, starke und wehrhafte Arten, strahlen diese Autonomie aus und fordern für sich Respekt vom Kind. Natürlich kann ein Kind mit einen Kuscheltier theoretisch und auch praktisch alles anfangen, was ihm einfällt. Tatsächlich aber empfindet es Respekt vor seinem Kuscheltier und dessen eigenem, fremden Wesen. Das Kind sieht sich gegenüber seinem Kuscheltier nicht in der Rolle des Beherrschers. Vielmehr wird das Kuscheltier mit seinen besonderen Fähigkeiten und Stärken als Ergänzung der eigenen Person gesehen. Kind und Kuscheltier gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein.
Eine Puppe dagegen ist immer der hilflosere Teil der Beziehung. Hier ist vom Kind gegenüber der Puppe zwar Verantwortung und Fürsorge aber kein Respekt gefordert für dessen Eigenheiten und Stärken. Eine Puppe wird i.d.R. vom Kind nicht als gleichberechtigter Partner angesehen.
Beobachtung 4:
Kuscheltiere wirken in hohem Maße Angst reduzierend, entspannend und tröstend.
Geschrieben in Informationen, Forschungsfragen | Keine Kommentare »
1.5.2010 von admin.
Der jüngst hier vorgestellte König ist zweifellos eher eine Puppe, also die Abbildung einer menschlichen Gestalt. Er ist anschmiegsam und kuschelig und erfüllt somit dennoch alle Kriterien eines “Kuscheltieres”. Im Unterschied zum hartgestopften klassischen Teddy und zur klassischen Puppe ist er knuddelfähig, weich und seine Oberfläche fühlt sich an wie Fell.
Dennoch: Die meisten “Kuscheltiere” sind Abbildungen von echten Tieren: in der Mehrzahl sind es die klassischen Haustiere. Aber auch alle Tiere, denen man im Zoo begegnen kann, gibt es als Kuscheltiere - bis hin zu Insekten und Vögeln.
Paul mit Ele
Das heißt: nicht unbedingt die Menschenähnlichkeit ist typisch für das heute übliche “Kuscheltier” sondern die Tierähnlichkeit. Was bedeutet das?
Ist das vielleicht in Hinweis darauf, dass in unserer Gesellschaft Kinder z.B. zu wenig Kontakte und Erfahrungen mit echten Tieren machen können?
Oder muss das als eine Art Verarmung des kindlichen Spielens gesehen werden?
Es gibt m. E. gute Gründe, warum das Kuscheltier meistens tatsächlich ein Tier ist.
1. Beobachtung:
Die Beziehung zwischen Mensch und Tier weist einige Besonderheiten auf, die es so in der zwischenmenschenlichen Kommunikation nicht gibt. Und gerade die sind attraktiv, für Kinder und auch für Erwachsene. Sie spielen bei der Rolle der KuschelTIERE für uns eine große Rolle.
Diese tierischen Eigenschaften und diese Besonderheiten der Tier-Mensch- und vielleicht auch ganz besonders der Tier-Kind-Beziehung werden auf das KuschelTIER übertragen. Das Kind kann seinem Kuscheltier bedingungslos vertrauen, muss keine Angst haben, dass es im Stich gelassen, verletzt oder ausgelacht wird. Das Kind muss keine Angst haben, dass sein Spielkamerad es ablehnt, weil es vielleicht kleiner ist als andere Kinder oder schwächer, schüchterner oder weniger fix.
Das KuscheTIERE eignet sich daher zum echten Freund, zum strapazierfähigen Kumpel. Die Eigenschafte und Verhaltensweisen von Tieren werden beim Kuscheltier unterstellt und erlebt. Mit ihm sind viele Dinge möglich, die mit einer Puppe nicht denkbar sind.
Geschrieben in Informationen, Forschungsfragen | Keine Kommentare »
26.4.2010 von admin.
Tja, der Oberbegriff für Puppen, Teddys und Kuscheltiere, der fehlt wirklich. Ich bin durchaus der Meinung, dass alle drei sehr viel mit einander zu tun haben. Ganz persönlich bin ich außerdem eine Teddyliebhaberin, kein unbedingte Kuscheltierfan.
In gewissem Sinne drückt ja der Begriff “Puppe” das aus, was allen gemeinsam ist: eine handliche und griffige Miniaturausgabe eines Lebewesens, die zum Spiel, insbesondere zum Rollenspiel anregt und gleichzeitig eine Beziehung zu diesem Lebewesen ermöglicht. So gesehen wäre “Puppe” der wissenschaftliche Begriff für dieses entwicklungspsychologische und anthropologisch so wichtige Phänomen.
Dass ich mich selber schwerpunktmäßig auf Kuscheltiere ausrichte, hat nicht nur den Grund, dass die Kuscheltiere heute die anderen “Puppen” aus den Kinderzimmern verdrängen. Am Kuscheltier interessieren mich Aspekte, die wirklich vor allem den Kuscheltier zuzurechnen sind.
1. Das Kuscheltier stellt keine menschliche Gestalt dar, sondern in der Regel wirklich ein Tier (natürlich mit Kindchenschema und vermenschlichter Persönlichkeit, aber doch ein Tier). In der Kuscheltierbeziehung wird neben dem Modell einer partnerschaftlichen zwischenmenschlichen Beziehung auch die Beziehung Mensch - Tier aktiviert.
2. Das Kuscheltier lebt von seiner Weichheit: nicht nur das weiche Fell, sondern auch die ganze Figur ist weich, kann “geknuddelt werden”, ohne ihre Form zu verlieren. Darin besteht die größte Attraktivität der Kuscheltiere, wie mir immer mehr klar wird: Sie sind zum kuscheln, schmusen, zärtlich sein, Zärtlichkeit geben und empfangen in hohem Maße geeignet. Das kann weder eine Puppe so noch ein alter strohgefüllter Teddybär, wie meiner.
3. Ich frage mich, warum gerade diese Funktion heute eine so große Bedeutung hat. Gab es früher nicht so einen großen Bedarf nach Zärtlichkeit und Berührung?
4. Schließlich reizt mich die Beobachtung, dass auch Jungen mit Kuscheltieren zärtlich und fürsorglich umzugehen pflegen - während sie praktisch nicht mit Puppen spielen bzw. dieses nicht öffentlich zugeben würden. Hier sehe ich eine Chance für die Entwicklung und Erziehung von männlichen Wesen, die z.B. ihre Vaterrolle auszufüllen bereit sind und die lernen, Gefühle zu haben, mitzuteilen und auch zu zeigen und die bereit sind, verantwortungsvoll und beschützend mit anderen Wesen umzugehen.
Das scheint mir z.B. in einer Zeit, wo wir uns wieder an Kriege gewöhnen sollen, bitter nötig.
Geschrieben in Fragen an die Kuscheltier-Fans, Forschungsfragen | Keine Kommentare »
23.4.2010 von admin.
Eric ist 13 Jahre alt. Eric hat eine ganze Reihe Kuscheltiere, den Kuschel natürlich, den Tiger, den Elch und viele andere. Alle liebt er, alle haben es gut bei ihm. Wenn er manchmal mit ansehen muss, wie seine Freunde nachlässig und unsanft mit ihren Kuscheltieren umgehen, bedrückt ihn das. Am liebsten würde er zu ihnen sagen: “Gebt sie doch alle mir, bei mir haben sie es besser”.
Eines Tages im Frühherbst sah Eric hinten im Hof des Häuserblocks auf einer Bank einsam und verlassen ein braun-rotes Kuscheltier sitzen. Der Kuschelthund war wohl von irgendeinem Kind vergessen worden. Die Mutter konnte Eric nur mit viel Überzeugungskraft davon abhalten, den Stoffhund herein zu holen und sich um das Findelkind zu kümmern. “Den hat ein Kind vergessen und sobald es das merkt, wird es kommen, um seinen Hund wieder abzuholen!”, versicherte die Mutter.
Es geschah aber nichts. Schließlich willigte die Mutter ein, dass Eric den Plüschhund nach Hause holen könnte, wenn das Kuscheltier auch am übernächsten Abend noch immer da sitzen und warten würde.
Eric hielt es kaum aus. Stundenlang beobachtete er am Nachmittag nach der Schule die Bank im Hof. Es kam niemand. Der Hund saß traurig da. Eric konnte es kaum mitansehen.
Endlich, am zweiten Abend durfte er hingehen und den Kleinen in sein neues zu Hause holen. Dort wird er jetzt genauso geliebt wie alle die anderen.
Geschrieben in Geschichten, Fotos | Keine Kommentare »
18.4.2010 von admin.
diese Geschichte schrieb mir meine Leserin Anika G.:
Ich liebe Kuscheltiere und habe es immer getan.
Im Oktober 2007 habe ich mein absolutes Wunsch und Wunderkind Nuno geboren. Vor vielen Jahren habe ich von meiner Frauenärztin erfahren, dass ich durch einen genetischen Defekt nicht schwanger werden kann. Mit meiner großen Liebe und meinem jetzigen Freund wurde ich es wie durch ein Wunder doch. Und dieses Wunder sollte natürlich gut aufwachsen und glücklich sein. Ich informierte mich über Schwangerschaften und Kleinkinder, um bestens vorbereitet zu sein und ja alles richtig zu machen. Unter anderem wußte ich aus Zeitungen, dass es für Kinder besonders wichtig ist, ein Schmusetier oder Stofftier zu haben, um besser in den Kindergarten gehen zu können oder als Tröster. Ich habe die schönsten und niedlichsten Tiere gekauft. Und ich dachte, ich sei nun bestens vorbereitet.
Dann, am 22.10.2007 kam Nuno mit 4455 gr auf die Welt und neben seinem Krankenhausbett lag das erste, teure Schmusetuch bereit. Aber Nuno mochte keines seiner Stofftiere. Und Schmusetücher waren einfach “doof”. Ich war verzweifelt. Er brauchte doch einen Begleiter!Nach etwa drei Monaten hatte ich meinen ersten freien Abend mit meinem Freund und war vorher noch schnell bei Kaufland was einkaufen. Ich schlenderte so durch die Reihen und sah zufällig in der Spielzeugabteilung ein schrilles, rosa farbendes Schmusetuch. Es hatte einen Königskopf und rasselt ein wenig. ‘Rosa’, dachte ich. ‘Warum nicht? Dann bekommst du als Junge eben ein rosa Schmusetuch’.
Ich fand dieses Tuch eigentlich ziemlich häßlich. Aber 3,99 € war nicht viel Geld und so ging ich damit zur Kasse. Dass dieses Schmusetuch so wertvoll werden würde für unsere ganze Familie, ahnte ich in diesem Moment natürlich nicht.
Am nächsten Tag zeigte ich meinem Nuno dieses Tuch und zu meiner Überraschung juchzte er vor Begeisterung. Ich legte es ihm auf dem Bauch und er quietschte und freute sich. Seit dem sind die beiden unzertrennlich.
Ich ging eine Woche später noch mal zu Kaufland und kaufte den König gleich noch einmal. Man kann ja nie wissen.
Ein dreiviertel Jahr war der erste König bei uns. Er war mit im Urlaub, im Krankenhaus und ohne ihn einzuschlafen, war für Nuno undenkbar. Als er verloren ging, habe ich, die Mama, sehr geweint und mir große Vorwürfe gemacht. Ich habe Flugblätter gemalt und in der ganzen Potsdamer Stadt aufgehängt, leider ohne Erfolg.
Da habe ich schließlich den Ersatzkönig herausgeholt, ordentlich in Sand und Dreck gewälzt und meinem Sohn als den alten, wiedergefundenen König präsentiert. Zum Glück hat es geklappt!Mein Nuno liebt seinen Schmusekönig. Der ist heute der tapferer Begleiter im Kindergarten. Nuno ist jetzt zweieinhalb und alle unsere Freunde kennen den König und wissen genau, wie wichtig er für Nuno ist. Nuno und der König reden im Bett miteinander und Nuno kann seit zwei Monaten auch “König” sagen. Ich bin glücklich, dass mein Sohn so einen treuen Freund hat. Und in seinem Zimmer sitzen noch fünf Ersatzfreunde vom König, die alle mal zum Kaffee vorbei kommen, falls der Liebste in die Waschmaschine zum Karussell Fahren muß.
Und wenn ich abends im Bett liege, dann höre ich manchmal die Rassel vom König. Dann weiß ich, dass es meinem Schatz gut geht und er nur ordentlich seinen König gedrückt hat.
Geschrieben in Geschichten, Fotos | 1 Kommentar »